Rotauge

Rotauge (Rutilus rutilus)
Familie der Karpfenfischefranzösisch: gardon, vengeron
italienisch: coda rossa
englisch: roach

Synonyme in der Schweiz: Schwalen, Seehasel, Furn, Rotle, Hasel, Rötel

Kennzeichen: Hochrückige, gedrungene Form. Die Iris auf der oberen Seite der Augen ist rot (daher der Name), grosse rauhe Schuppen. Blauer Rücken, hellere Seiten, weisser Bauch und rote Flossen. Im allgemeinen werden sie nicht schwerer als ein Pfund.

Aufenthalt: Lichtscheue Fische, die im See gerne im Krautbetten leben. Morgens und abends halten sie sich mehr im flacheren Wasser auf, tagsüber gehen sie gerne in die Tiefe. Die Rotaugen sind Kleintier- und Wasserpflanzenfresser und leben gesellig. Selber werden sie massenhaft von Hechten und anderen Raubfischen gefressen. Früher vor allem ein Uferfisch sind sie aufgrund der veränderten Umweltbedingungen immer mehr in die Lebensgebiete der Felchen vorgedrungen wo sie diesen Platz und Futter streitig machen. Aufgrund ihrer grossen Fruchtbarkeit und ihrer Unempfindlichkeit gegen die Überdüngung der Gewässer haben sie sich in den letzten Jahren stark vermehrt.

Laichzeit: April – Juni, je nach Höhenlage an bewachsenen Seeufern und steilen Buchten der Flüsse.

Kulinarisches: Etwas zu Unrecht als Weissfisch wenig geschätzt, früher vor allem wegen seines Grätereichtums. Werden die Rotaugen aber filetiert und zusätzlich quer eingeschnitten, sind sie, in der Friteuse gebacken, ein sehr guter und schmackhafter Speisefisch. Dies gilt allerdings nur in der Zeit zwischen November bis Juni. Im Sommer fressen die Rotaugen Algen und erhalten so einen modrigen Geschmack.

Historisch-Ergötzliches: „Das grätehaltige Fleisch, von welchem man das Kilogramm nur in sehr fischarmen Gegenden mit einer Mark bezahlt wird nur von den Aermsten gegessen, von allen übrigen aber, ja selbst von vielen fischfressenden Vögeln verschmäht. Ein besonderer Fang auf das Rothauge findet nirgends statt; trotzdem erbeutet man zufällig so grosse Massen dieses Fisches, dass man ihn zum Dunge der Felder oder zum Futter der Schweine verwendet. Erspriesslicher lässt er sich zur Fütterung edlerer Zuchtfische verwenden.“ (Aus Brehm’s Thierleben)