Trüsche

Trüsche (Lota Lota)
Familie der Dorsche

französisch: lotte
italienisch: lota
englisch: burbot

Synonyme in Deutschland: Trische, Treusch, Quappe, Rutte, Aalrutte

Kennzeichen: Vorderleib rund und dick, Hinterleib und Schwanz lang und seitlich zusammengedrückt. Der platte Kopf mit breitem Maul zeigt am Kinn einen langen Bartfaden, oben zwei „Nasenborsten“. Marmorierte Färbung in braunen, gelben, zuweilen schwarzgrünen Tönen, Unterseite weisslich. Die kleinen Schuppen sind fast unsichtbar. Mit dem rundlichen und weichen Bauch fühlt sie sich mit ihrer schleimigen Haut recht schlüpfrig an. Grösse: 35 – 90 cm, Gewicht bis maximal 10 Pfund.

Aufenthalt: In Flüssen und Seen, mit Vorliebe am Grund, wo sie sich tagsüber verborgen hält. Ihre Nahrung bilden neben verschiedenem Kleingetier vorwiegend Fische, Fischlaich und Brütlinge. Die Trüsche lebt räuberisch und stellt ihren Opfern vor allem bei Einbruch der Dunkelheit nach.

Laichzeit: Dezember bis Januar, wobei sie kürzere Laichwanderungen flussaufwärts unternehmen. Sie laichen an kiesigen Stellen im strömenden Wasser ab, die Eier bleiben an Steinen und Pflanzen kleben.

Kulinarisches: Die Trüschen haben ein schmackhaftes, saftiges Fleisch mit Biss ohne viel Gräten, welches jedoch zu Unrecht nur bei Kennern geschätzt wird, vor allem die grosse Leber gilt als Delikatesse. Die Trüsche eignet sich vor allem für gebratene Zubereitungsarten, Spezialisten schätzen sie jedoch auch blau oder pochiert in Rotwein.

Historisch-Ergötzliches: Der einstigen Aebtissin des Zürcher Frauenklosters, Elisabeth von Matzingen wird nachgesagt, sie habe ihr Lehensgut am Zollikerberg mit Trüschenleber verschleckt. Aus den „wohlbewährten Fischgeheimnissen“ aus dem Jahre 1758 berichtet Richard Gerlach in seinem Buche „Die Fische“ das folgende Histörchen: „Eine Gräfin von Bäuchling habe an diesen Lebern die ganze Grafschaft verfressen. Man sagt auch, dass ein Fürst in Schlesien solle gewesen seyn, dessen Amme nichts anderes denn eitel Ohlruppen Leber habe essen wollen. Als er ihr aber nicht genug habe beschaffen können, sey er endlich unwillig geworden und habe sie in die Oder werfen und ertränken lassen und gesagt, auf einen guten Bissen gehöre ein guter Trunk, und das sey nach Quappenmoral gehandelt. Und es müsste eigentlich heissen (weiter), dass besagter Herr von einer riesenhaften Quappe, die plötzlich zur Stelle war, gepackt und verschlungen worden sey.“